Inspired by Mareike Donath
Liebe Community,
vor kurzem durfte ich gemeinsam mit einer Delegation die Stadt Ahaus – die sich selbst „Digitalstadt“ nennt – besuchen und erleben, was passiert, wenn Mut und Gestaltungswille zum Antrieb für unser tägliches Tun werden. „Einfach machen, statt lange diskutieren“ lautet das Motto, das in Ahaus inzwischen alle Lebensbereiche durchzieht.
Eine einheitliche Softwareplattform, kombiniert mit einer digitalen ID für jede Nutzerin und jeden Nutzer, ermöglicht es, Angebote von Gastronomie über eBike‑Sharing bis hin zum digitalen Verleihschrank für Spielgeräte vollständig online zu nutzen. Dahinter steht ein kommunales Softwareunternehmen, das nicht nur die technische Infrastruktur liefert, sondern selbst Restaurants, Bars und Hotels betreibt. So hat sich Ahaus – einst geplagt vom Leerstand – in kürzester Zeit zu einer lebendigen, lebenswerten und zukunftsfähigen Stadt gewandelt. Stadtmarketing und Wirtschaftsförderung beweisen gemeinsam mit diesem Unternehmen täglich Mut und grenzenlosen Enthusiasmus – immer im Sinne der Bürgerinnen und Bürger. Chapeau!
Doch „einfach machen“ darf nie zum Selbstzweck werden. Verantwortung ist der Kompass, der unser Handeln – gerade vor dem Hintergrund der unendlichen Möglichkeiten des digitalen Wandels – umso mehr leiten muss, damit Technologie tatsächlich dem Gemeinwohl dient. In Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung braucht es heute mehr denn je einen gemeinsamen Wertekanon: Datenschutz und -sicherheit, Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit sind keine netten Extras, sondern Grundvoraussetzungen für langfristiges Vertrauen und echten Mehrwert. Wenn wir digitale Lösungen entwickeln und einsetzen, müssen wir stets die Fragen im Blick behalten: Wofür tun wir das? Wem nützt es? Haben wir dabei alle im Blick – auch unsere künftigen Generationen? Digitale Teilhabe, digitale Souveränität und Resilienz sowie die Nachhaltigkeit unserer Digitalisierung dürfen keine fernen Zielmarken, sondern sollten unser täglicher Kompass sein.
Am Ende bleibt die zentrale Frage: Was heißt für uns Zukunft? Ist es die vollständige Digitalisierung als Selbstzweck – oder ist sie vielmehr Mittel zum Zweck, gemeinsam verantwortungsvoll zu handeln und unsere Lebensräume zu gestalten, in denen wir, unsere Kinder und unsere Enkel gern leben? Für mich ist klar: Digitaler Fortschritt ohne ethische Orientierung ist nicht zukunftsfähig. Wenn wir jedoch mutig – und gleichzeitig achtsam – voranschreiten, legen wir gemeinsam den Grundstein für eine nachhaltige, lebenswerte Zukunft. Ich freue mich, wenn wir gemeinsam mit unserer Community von digitales MV daran arbeiten.

Herzlichst eure Mareike
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